Alle guten Dinge sind drei: Jetzt hat es "Spider-Man 3" in meine kleine aber feine Blu Ray-Sammlung verschlagen. Es kam daher als verspätetes Oster-Geschenk mit dem ich garnicht gerechnet hatte, Ich hatte den Film letztes Jahr im Kino gesehen und eher als Mittelmässig eingestuft, mindestens aber als schwächsten Teil der Trilogie. Nach den Ereignissen der ersten beiden Filme (welche szenenhaft im Vorspann nochmal wachgerufen werden), scheint bei Peter Parker und Mary Jane Watson alles im Lot zu sein. Peters Alter Ego „Spider-Man“ wird - trotz gewohnt negativer Berichterstattung durch den „Bugle“ - von den Einwohnern inzwischen akzeptiert und MJ hat eine Rolle am Broadway an Land gezogen. Während Peters Karriere immer positiver verläuft, scheitert MJ allerdings bereits überraschend nach ihrer ersten Vorstellung: Aufgrund der negativen Kritiken wird sie sofort gefeuert und scheint sich nicht richtig zu trauen, dieses Peter zu erzählen. Stattdessen wendet sie sich an Harry Osborn. Dieser tritt hier als neuer Grüner Kobold auf, der Rache an Spider-Man nehmen will für die irrtümliche Annahme, Parker sei für den Tod seines Vaters verantwortlich. Nach einem spektakulärem Zweikampf wird Osborn verletzt und von Peter Parker ins Krankenhaus gebracht. Dort wird Osborn zwar gerettet, hat jedoch einen Gedächtnisverlust erlitten, weshalb er um seine Abneigung gegen seinen ehemaligen besten Freund nichts mehr weiß. Peter bekommt von MJs Problemen nichts mit und schwebt in immer höheren Spähren, da New York ihm sogar den Schlüssel zur Stadt verleihen will, dieses soll mit einer Party gefeiert werden. Während dieser kommt es zu einer Wiederholung der berühmten Kussszene (Spider-Man kopfüber), in diesem Fall ist allerdings nicht MJ die Glückliche, sondern eine gewisse Gwen Stacy. Was Peter für die Presse inszeniert stößt bei MJ auf glattes Entsetzen. Später hält sie ihm vor, er habe „ihren“ Kuss entweiht, ein Hochzeitsantrag scheitert in der Folge katastrophal. Während Peters Privatleben ins Wanken gerät, braut sich auch andernorts Böses zusammen. Im Job etwa gerät Peter mit einem Fotografen namens Eddie Brock in Konkurrenz, „Bugle“-Chef JJ Jameson stellt demjenigen, der ihm als erstes ein negatives Bild von Spider-Man vorlegt eine Festanstellung in Aussicht. Unabhängig hiervor stürtzt ein Asteroid mit einer rätselhaften schwarzen Substanz im Central Park ab, welche sich Peter Parker an die Fersen heftet und ein Gefängnisflüchtling namens Flint Marko gerät in ein Experiment, bei dem sein Körper sich in Sand verwandelt. Er überlebt diesen Unfall und mutiert zum Sandman, fähig, seinen Körper in was auch immer zu verwandeln. Es stellt sich heraus, dass Flint Marko am Tode von Spider-Mans Onkel Ben Verantwortung zeichnet, weshalb Peter Parker ihn jagen und zur Strecke bringen will was zunächst auch gelingt. Derweil schlüpft die schwarze Substanz aus dem All in Peter Parkers Kostüm und schleichend ändert sich Peter Parkers Verhalten, Rachsucht, Überheblichkeit und Bösartigkeit bemächtigen sich seiner und er wird zunehmend unerbittlicher gegenüber seinen Feinden und Freunden. Seinen Konkurrenten Eddie Brock lässt er etwa böse beim „Bugle“-Chef auflaufen indem er ihm einer Fälschung eines Spider-Man-Fotos nachweist, Harry Osborn wird von ihm durch eine Granate schwer verletzt. Schließlich wird er sogar gegen MJ handgreiflich, welche sich vorher von ihm getrennt hatte. In diesem Moment erkennt er allerdings den Einfluss des Alien-Kostüms und versucht, es los zu werden. Da das Alien empfindlich auf bestimmten Lärm reagiert, versucht er, es in einem Kirchturm los zu werden. Dieses gelingt, die Substanz geht jedoch auf den zuvor von Peter gedemütigten Eddie Brock über, welcher als Venom nunmehr einen negativen Charakter darstellt. Im großen Showdown wollen nun Venom und der Sandman im Team den verhassten Feind Spider-Man ausschalten. Sie schnappen sich hierfür MJ, welche in einem Taxi gefesselt in großer Höhe in einem grotesken Spinnennetz als Lockmittel benutzt wird. Peter Parker muss sich dieser Herausforderung nun stellen, bittet zuvor jedoch seinen ehemaligen Freund Harry Osborn um Hilfe. Dieser jedoch lehnt ab, auch obwohl Peter darauf hinweist, dass ihrer beider Freundin Hilfe brauche. Der Kampf findet schließlich statt, wobei Sandman und Venom gegen Spider-Man mit drastischen Mitteln vorgehen. MJs Leben ist in höchster Gefahr als der Grüne Kobold (alias Harry) doch ins Geschehen eingreift. Die Situation eskaliert so weit, dass der Grüne Kobold Spider-Man vor einem Angriff von Venom schützt und dabei durch seinen eigenen Gleiter getötet wird. Das Blatt wendet sich, als es Spider-Man gelingt, Venom“zu vernichten, schließlich wird auch der Sandman bezwungen. Dieser entschuldigt sich zum Schluss bei Peter Parker für die Ermordnung von Ben Parker - alles sei ein Unfall gewesen. Peter verzeiht ihm und schließlich entschuldigt sich auch Harry Osborn bei Parker und alles endet mit einer großen Versöhnung. Insgesamt kann der dritte „Spider-Man“ die hohen Erwartungen wie gesagt nicht erfüllen. Sicherlich wartet der Film mit zahlreichen Showeffekten und für Fans interessanten Charakteren auf, leider wird das ganze hier (anders als noch in den ersten beiden Filmen) aber zu stark übertrieben. Gleich drei Gegner (erst Grüner Kobold, dann Sandman, schließlich Venom) plus deren Vorgeschichten in einem Film aufzuarbeiten ist einfach etwas zu viel, auch wenn der Film Überlänge aufweist. Das Drehbuch weist darüber auch einige Schlampereien auf, speziell was das Zusammenführen der verschiedener Charaktere angeht, etwa wenn Eddie Brock „zufällig“ gerade in der Kirche betet, wo Spider-Man just in dem Moment versucht, das Alienkostüm loszuwerden. Raimi hatte beim Filmstart in einem Interview mit „Scifi.com“ gemeint, er habe ursprünglich geplant, die ganze Story auf zwei Filme zu verteilen, habe sich dann aber dagegen entschieden, weil die Fans unbedingt Venom in Action sehen wollten - dass hätte dann aber erst im vierten Teil stattgefunden. Er wäre lieber bei seinem ursprünglichen Plan geblieben. So wirkt der Film stark überladen, die einzelnen Ereignisse willkürlich zusammengeschustert und nicht grade schlüssig verzahnt. Dem gegenüber stehen zahlreiche für einen „Spider-Man“-Film wohl unvermeidlich langwierige Szenen, in denen über Gefühle geplaudert wird. Besonders schrecklich ist der Schluss, in dem sich alles und jeder jedem und alles vergibt und verzeiht. In den ersten beiden Filmen funktionierte dies gerade noch, weil mit allem Maß gehalten wurde, hier wirkt das alles nur aufgesetzt und unrealistisch. Die Ähnlichkeit der finalen Rettung von MJ zum ersten Film ist im übrigen erschreckend. Dass einige Situationen aus den ersten beiden Filmen zitiert und zum Abschluß gebracht werden verstärkt allerdings den Eindruck, dass hier eine Trilogie in sich geschlossen werden sollte. Dem gegenüber stehen natürlich auch einige positive Aspekte, welche vor allen den Darstellern zu verdanken sind. Mag das Drehbuch löchrig und überfrachtet wirken, die Darsteller liefern erneut eine perfekte Performance ab und sehr schnell stellt sich das „Spider-Man“-Gefühl der beiden vorherigen Filme ein. Hervorzuheben ist hierbei Tobey Maguire, dem hier erneut eine interessante Variation des Hauptcharakters gelingt. Scheinbar im Vorbeigehen gelingt es ihm, den Weg zu einem arroganten, bösartigen Biest und zurück zu einem zartfühlenden Peter Parker darzustellen. Diesbezüglich gibt es einige ungewohnte und herzhaft komische Szenen zu sehen, die man so sicher nicht erwartet hat. Für Fans der Comics sind sicherlich die Darbietungen von Thomas Haden Church als Sandman sowie von Topher Grace als Venom interessant. Während Topher Grace meiner Meinung nach ziemlich farblos wirkt (aufgrund des Drehbuchs?), hat Thomas Haden Church im Film einige sehr schöne Szenen, speziell die der Entstehung des Sandmans wurden sehr gelungen umgesetzt. In den Original-Comics der Serie „Spider-Man“ tauchte diese Figur im vierten Heft auf, ist also quasi ein Klassiker. Das Alien-Kostüm sowie Venom sind dagegen erst Mitte der Achziger und später in der Serie aufgetaucht. Es gab damals einen nicht zu verachtenden Werberummel um die Veränderung der Figur Spider-Mans, schließlich sollte der Netzschwinger damals sein rot-blaues Kostüm an den Nagel hängen und ab dort „schwarz-weiss“ in Erscheinung treten. Verantwortlich hierfür zeichnete übrigens niemand Geringeres als Todd McFarlane, der Spider-Man ein neues Kostüm verpassen wollte. Das kam allerdings nicht wirklich gut an und irgendwann kehrte das klassisch rot-blaue Kostüm zurück. Das Alien-Kostüm verselbstständigte sich dagegen und wurde später als Symbiont zu Venom. Die Hintergründe, woher das Kostüm kam (nämlich von dem Planet der Beyonder) und was es mit ihm auf sich hatte, werden im Film übrigens komplett ignoriert. Eher zufällig trifft die Substanz auf Peter und entert das Kostüm des Helden. Neu ist auch die Figur der Gwen Stacy im Film, während diese im Comic schon vor langer Zeit gestorben ist (gemunkelt wird, Peter habe sie bei einer Rettungsaktion versehentlich getötet). Im Film rettet Peter sie (in einer sehr aufwendigen Szene) und es kommt zu einer Wiederholung des berühmten „Spinnen“-Kusses - worauf MJ nicht gerade erheitert reagiert. Interessanter ist hierbei allerdings ihr Vater im Film, Polizeichef von NY, dargestellt von James Cromwell. Genre-Fans natürlich kein Unbekannter, war er doch u.a. in „Schweinchen Babe“ und „Star Trek: Der erste Kontakt“ zu sehen. Auf gewohntem Niveau befinden sich darüber hinaus die Effekte und die Musik des Films. Lobenswerterweise hat man für den dritten Teil doch Danny Elfman gewinnen können, nachdem dieser sich angeblich mit Raimi verkracht haben soll und zunächst deshalb sogar ein neues Titelthema im Gespräch gewesen sein soll. So wurden Elemente aus den vorherigen Filmen genutzt (eben u.a. das donnernde und inzwischen schon klassische „Spider-Man“-Titelthema) sowie neue Elemente u.a. für Venom und Sandman. Diese trug Christopher Young bei. Bei den Effekten ist das Finale meines.Erachtens eher misslungen, dafür gibt es vorher im Film zum einen einen Kampf zwischen Spider-Man und dem Grünen Kobold in den Schluchten von New Yorks Hochhäusern sowie einen Kampf zwischen Spider-Man und Sandman in den Katakomben von New Yorks U-Bahnschächten die mehr mitreißen. Richtig cool ist allerdings ein Kran, der außer Kontrolle gerät, wodurch ein Hochhaus wie eine Torte an der Seite aufgeschnitten wird und eine ganze Etage in den Abgrund rauscht. Sicherlich eine gewagte Szene in Post-9/11-Zeiten, aber offensichtlich ist sowas heutzutage im Film wieder erlaubt. Auch diese Blu Ray bietet ein Spitzenbild und einen fantastischen Sound (auch das Surround-Erlebnis ist fa-bel-haft), speziell bei den Actionsshots zwischen den Wolkenkratzern New Yorks hatte ich Patzer erwartet aber diese blieben aus. Schärfe, Farben - alles super, man kann auch hier - wie schon bei der "2001"-Blu Ray nur von Demonstrationsqualität sprechen. Lediglich zum Schluss fällt der Ton einmal merkwürdig auf (es wird plötzlich leiser). Bonus-Material wird einiges geboten, etwa "Versprecher", diverse Bildgalerien, Musikvideo "Signal Fire" von "Snow Patrol", Audiokommentare, Trailer, TV-Spots und mehrere Dokus in HD-Qualität (insgesamt knapp 130 Minuten). Das ganze ist in einem ansprechendem Menü eingebettet, welches wirklich angenehm und fortschrittlich wirkt. Lediglich bei den Galerien kam es mir vor, als hätten sich die Programmierer etwas verzettelt (ziemlich wirr das ganze), aber wer schaut sich schon wirklich die Bilder an? Insgesamt ein nettes Geschenk, welches ich mir im nachhinein sogar selbst angeschafft hätte, hätte ich von dieser Qualität gewusst. Nur fehlt mir jetzt Teil 1 und 2 der Spinnen-Saga... Die fand ich beide noch viel besser, wenn die sie aufgearbeitet wurden wie bei Teil 3, dann muss ich mir die wohl auch noch anschaffen. Mal schauen...
Donnerstag, 3. April 2008
Gesehen: "Spider-Man 3" auf Blu Ray
Alle guten Dinge sind drei: Jetzt hat es "Spider-Man 3" in meine kleine aber feine Blu Ray-Sammlung verschlagen. Es kam daher als verspätetes Oster-Geschenk mit dem ich garnicht gerechnet hatte, Ich hatte den Film letztes Jahr im Kino gesehen und eher als Mittelmässig eingestuft, mindestens aber als schwächsten Teil der Trilogie. Nach den Ereignissen der ersten beiden Filme (welche szenenhaft im Vorspann nochmal wachgerufen werden), scheint bei Peter Parker und Mary Jane Watson alles im Lot zu sein. Peters Alter Ego „Spider-Man“ wird - trotz gewohnt negativer Berichterstattung durch den „Bugle“ - von den Einwohnern inzwischen akzeptiert und MJ hat eine Rolle am Broadway an Land gezogen. Während Peters Karriere immer positiver verläuft, scheitert MJ allerdings bereits überraschend nach ihrer ersten Vorstellung: Aufgrund der negativen Kritiken wird sie sofort gefeuert und scheint sich nicht richtig zu trauen, dieses Peter zu erzählen. Stattdessen wendet sie sich an Harry Osborn. Dieser tritt hier als neuer Grüner Kobold auf, der Rache an Spider-Man nehmen will für die irrtümliche Annahme, Parker sei für den Tod seines Vaters verantwortlich. Nach einem spektakulärem Zweikampf wird Osborn verletzt und von Peter Parker ins Krankenhaus gebracht. Dort wird Osborn zwar gerettet, hat jedoch einen Gedächtnisverlust erlitten, weshalb er um seine Abneigung gegen seinen ehemaligen besten Freund nichts mehr weiß. Peter bekommt von MJs Problemen nichts mit und schwebt in immer höheren Spähren, da New York ihm sogar den Schlüssel zur Stadt verleihen will, dieses soll mit einer Party gefeiert werden. Während dieser kommt es zu einer Wiederholung der berühmten Kussszene (Spider-Man kopfüber), in diesem Fall ist allerdings nicht MJ die Glückliche, sondern eine gewisse Gwen Stacy. Was Peter für die Presse inszeniert stößt bei MJ auf glattes Entsetzen. Später hält sie ihm vor, er habe „ihren“ Kuss entweiht, ein Hochzeitsantrag scheitert in der Folge katastrophal. Während Peters Privatleben ins Wanken gerät, braut sich auch andernorts Böses zusammen. Im Job etwa gerät Peter mit einem Fotografen namens Eddie Brock in Konkurrenz, „Bugle“-Chef JJ Jameson stellt demjenigen, der ihm als erstes ein negatives Bild von Spider-Man vorlegt eine Festanstellung in Aussicht. Unabhängig hiervor stürtzt ein Asteroid mit einer rätselhaften schwarzen Substanz im Central Park ab, welche sich Peter Parker an die Fersen heftet und ein Gefängnisflüchtling namens Flint Marko gerät in ein Experiment, bei dem sein Körper sich in Sand verwandelt. Er überlebt diesen Unfall und mutiert zum Sandman, fähig, seinen Körper in was auch immer zu verwandeln. Es stellt sich heraus, dass Flint Marko am Tode von Spider-Mans Onkel Ben Verantwortung zeichnet, weshalb Peter Parker ihn jagen und zur Strecke bringen will was zunächst auch gelingt. Derweil schlüpft die schwarze Substanz aus dem All in Peter Parkers Kostüm und schleichend ändert sich Peter Parkers Verhalten, Rachsucht, Überheblichkeit und Bösartigkeit bemächtigen sich seiner und er wird zunehmend unerbittlicher gegenüber seinen Feinden und Freunden. Seinen Konkurrenten Eddie Brock lässt er etwa böse beim „Bugle“-Chef auflaufen indem er ihm einer Fälschung eines Spider-Man-Fotos nachweist, Harry Osborn wird von ihm durch eine Granate schwer verletzt. Schließlich wird er sogar gegen MJ handgreiflich, welche sich vorher von ihm getrennt hatte. In diesem Moment erkennt er allerdings den Einfluss des Alien-Kostüms und versucht, es los zu werden. Da das Alien empfindlich auf bestimmten Lärm reagiert, versucht er, es in einem Kirchturm los zu werden. Dieses gelingt, die Substanz geht jedoch auf den zuvor von Peter gedemütigten Eddie Brock über, welcher als Venom nunmehr einen negativen Charakter darstellt. Im großen Showdown wollen nun Venom und der Sandman im Team den verhassten Feind Spider-Man ausschalten. Sie schnappen sich hierfür MJ, welche in einem Taxi gefesselt in großer Höhe in einem grotesken Spinnennetz als Lockmittel benutzt wird. Peter Parker muss sich dieser Herausforderung nun stellen, bittet zuvor jedoch seinen ehemaligen Freund Harry Osborn um Hilfe. Dieser jedoch lehnt ab, auch obwohl Peter darauf hinweist, dass ihrer beider Freundin Hilfe brauche. Der Kampf findet schließlich statt, wobei Sandman und Venom gegen Spider-Man mit drastischen Mitteln vorgehen. MJs Leben ist in höchster Gefahr als der Grüne Kobold (alias Harry) doch ins Geschehen eingreift. Die Situation eskaliert so weit, dass der Grüne Kobold Spider-Man vor einem Angriff von Venom schützt und dabei durch seinen eigenen Gleiter getötet wird. Das Blatt wendet sich, als es Spider-Man gelingt, Venom“zu vernichten, schließlich wird auch der Sandman bezwungen. Dieser entschuldigt sich zum Schluss bei Peter Parker für die Ermordnung von Ben Parker - alles sei ein Unfall gewesen. Peter verzeiht ihm und schließlich entschuldigt sich auch Harry Osborn bei Parker und alles endet mit einer großen Versöhnung. Insgesamt kann der dritte „Spider-Man“ die hohen Erwartungen wie gesagt nicht erfüllen. Sicherlich wartet der Film mit zahlreichen Showeffekten und für Fans interessanten Charakteren auf, leider wird das ganze hier (anders als noch in den ersten beiden Filmen) aber zu stark übertrieben. Gleich drei Gegner (erst Grüner Kobold, dann Sandman, schließlich Venom) plus deren Vorgeschichten in einem Film aufzuarbeiten ist einfach etwas zu viel, auch wenn der Film Überlänge aufweist. Das Drehbuch weist darüber auch einige Schlampereien auf, speziell was das Zusammenführen der verschiedener Charaktere angeht, etwa wenn Eddie Brock „zufällig“ gerade in der Kirche betet, wo Spider-Man just in dem Moment versucht, das Alienkostüm loszuwerden. Raimi hatte beim Filmstart in einem Interview mit „Scifi.com“ gemeint, er habe ursprünglich geplant, die ganze Story auf zwei Filme zu verteilen, habe sich dann aber dagegen entschieden, weil die Fans unbedingt Venom in Action sehen wollten - dass hätte dann aber erst im vierten Teil stattgefunden. Er wäre lieber bei seinem ursprünglichen Plan geblieben. So wirkt der Film stark überladen, die einzelnen Ereignisse willkürlich zusammengeschustert und nicht grade schlüssig verzahnt. Dem gegenüber stehen zahlreiche für einen „Spider-Man“-Film wohl unvermeidlich langwierige Szenen, in denen über Gefühle geplaudert wird. Besonders schrecklich ist der Schluss, in dem sich alles und jeder jedem und alles vergibt und verzeiht. In den ersten beiden Filmen funktionierte dies gerade noch, weil mit allem Maß gehalten wurde, hier wirkt das alles nur aufgesetzt und unrealistisch. Die Ähnlichkeit der finalen Rettung von MJ zum ersten Film ist im übrigen erschreckend. Dass einige Situationen aus den ersten beiden Filmen zitiert und zum Abschluß gebracht werden verstärkt allerdings den Eindruck, dass hier eine Trilogie in sich geschlossen werden sollte. Dem gegenüber stehen natürlich auch einige positive Aspekte, welche vor allen den Darstellern zu verdanken sind. Mag das Drehbuch löchrig und überfrachtet wirken, die Darsteller liefern erneut eine perfekte Performance ab und sehr schnell stellt sich das „Spider-Man“-Gefühl der beiden vorherigen Filme ein. Hervorzuheben ist hierbei Tobey Maguire, dem hier erneut eine interessante Variation des Hauptcharakters gelingt. Scheinbar im Vorbeigehen gelingt es ihm, den Weg zu einem arroganten, bösartigen Biest und zurück zu einem zartfühlenden Peter Parker darzustellen. Diesbezüglich gibt es einige ungewohnte und herzhaft komische Szenen zu sehen, die man so sicher nicht erwartet hat. Für Fans der Comics sind sicherlich die Darbietungen von Thomas Haden Church als Sandman sowie von Topher Grace als Venom interessant. Während Topher Grace meiner Meinung nach ziemlich farblos wirkt (aufgrund des Drehbuchs?), hat Thomas Haden Church im Film einige sehr schöne Szenen, speziell die der Entstehung des Sandmans wurden sehr gelungen umgesetzt. In den Original-Comics der Serie „Spider-Man“ tauchte diese Figur im vierten Heft auf, ist also quasi ein Klassiker. Das Alien-Kostüm sowie Venom sind dagegen erst Mitte der Achziger und später in der Serie aufgetaucht. Es gab damals einen nicht zu verachtenden Werberummel um die Veränderung der Figur Spider-Mans, schließlich sollte der Netzschwinger damals sein rot-blaues Kostüm an den Nagel hängen und ab dort „schwarz-weiss“ in Erscheinung treten. Verantwortlich hierfür zeichnete übrigens niemand Geringeres als Todd McFarlane, der Spider-Man ein neues Kostüm verpassen wollte. Das kam allerdings nicht wirklich gut an und irgendwann kehrte das klassisch rot-blaue Kostüm zurück. Das Alien-Kostüm verselbstständigte sich dagegen und wurde später als Symbiont zu Venom. Die Hintergründe, woher das Kostüm kam (nämlich von dem Planet der Beyonder) und was es mit ihm auf sich hatte, werden im Film übrigens komplett ignoriert. Eher zufällig trifft die Substanz auf Peter und entert das Kostüm des Helden. Neu ist auch die Figur der Gwen Stacy im Film, während diese im Comic schon vor langer Zeit gestorben ist (gemunkelt wird, Peter habe sie bei einer Rettungsaktion versehentlich getötet). Im Film rettet Peter sie (in einer sehr aufwendigen Szene) und es kommt zu einer Wiederholung des berühmten „Spinnen“-Kusses - worauf MJ nicht gerade erheitert reagiert. Interessanter ist hierbei allerdings ihr Vater im Film, Polizeichef von NY, dargestellt von James Cromwell. Genre-Fans natürlich kein Unbekannter, war er doch u.a. in „Schweinchen Babe“ und „Star Trek: Der erste Kontakt“ zu sehen. Auf gewohntem Niveau befinden sich darüber hinaus die Effekte und die Musik des Films. Lobenswerterweise hat man für den dritten Teil doch Danny Elfman gewinnen können, nachdem dieser sich angeblich mit Raimi verkracht haben soll und zunächst deshalb sogar ein neues Titelthema im Gespräch gewesen sein soll. So wurden Elemente aus den vorherigen Filmen genutzt (eben u.a. das donnernde und inzwischen schon klassische „Spider-Man“-Titelthema) sowie neue Elemente u.a. für Venom und Sandman. Diese trug Christopher Young bei. Bei den Effekten ist das Finale meines.Erachtens eher misslungen, dafür gibt es vorher im Film zum einen einen Kampf zwischen Spider-Man und dem Grünen Kobold in den Schluchten von New Yorks Hochhäusern sowie einen Kampf zwischen Spider-Man und Sandman in den Katakomben von New Yorks U-Bahnschächten die mehr mitreißen. Richtig cool ist allerdings ein Kran, der außer Kontrolle gerät, wodurch ein Hochhaus wie eine Torte an der Seite aufgeschnitten wird und eine ganze Etage in den Abgrund rauscht. Sicherlich eine gewagte Szene in Post-9/11-Zeiten, aber offensichtlich ist sowas heutzutage im Film wieder erlaubt. Auch diese Blu Ray bietet ein Spitzenbild und einen fantastischen Sound (auch das Surround-Erlebnis ist fa-bel-haft), speziell bei den Actionsshots zwischen den Wolkenkratzern New Yorks hatte ich Patzer erwartet aber diese blieben aus. Schärfe, Farben - alles super, man kann auch hier - wie schon bei der "2001"-Blu Ray nur von Demonstrationsqualität sprechen. Lediglich zum Schluss fällt der Ton einmal merkwürdig auf (es wird plötzlich leiser). Bonus-Material wird einiges geboten, etwa "Versprecher", diverse Bildgalerien, Musikvideo "Signal Fire" von "Snow Patrol", Audiokommentare, Trailer, TV-Spots und mehrere Dokus in HD-Qualität (insgesamt knapp 130 Minuten). Das ganze ist in einem ansprechendem Menü eingebettet, welches wirklich angenehm und fortschrittlich wirkt. Lediglich bei den Galerien kam es mir vor, als hätten sich die Programmierer etwas verzettelt (ziemlich wirr das ganze), aber wer schaut sich schon wirklich die Bilder an? Insgesamt ein nettes Geschenk, welches ich mir im nachhinein sogar selbst angeschafft hätte, hätte ich von dieser Qualität gewusst. Nur fehlt mir jetzt Teil 1 und 2 der Spinnen-Saga... Die fand ich beide noch viel besser, wenn die sie aufgearbeitet wurden wie bei Teil 3, dann muss ich mir die wohl auch noch anschaffen. Mal schauen...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen